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Clickertraining mit Katzen: Alles was du wissen musst

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„Katzen kann frau nicht erziehen. Katzen wollen auch nicht lernen. Meine Katze ist zu dumm, um etwas Neues zu lernen“

Diese 3 Sätze (und viele mehr) höre ich fast täglich. Es stimmt, Katzen sind nunmal ausgesprochene Individualisten. Doch bedeutet das, dass Katzen nicht trainiert werden können? Können und wollen Katzen lernen? Für mich heißt die Antwort definitiv „Ja“! Katzen wollen und können mit Hilfe des positiven Trainings viele Übungen erlernen, die das Zusammenleben mit dem/der Halter/in weitaus einfacher gestaltet. In diesem Beitrag beantworte ich die häufig gestellten Fragen rund um das Clickern mit Katzen! Viel Spaß 😀

Was ist überhaupt Clickertraining?

Clickertraining ist eine relativ neue Trainingsmethode, hierbei wird die Katze auf einen „Markerkonditioniert. Dieser Marker kann jedes Geräusch sein, vorausgesetzt es hört sich immer gleich an, ist kurz und kommt sonst im Alltag nicht vor. Viele verwenden hier den sogenannten „Clicker“, der während des Runterdrückens der Metallzunge ein „Klick-Klack“ Geräusch macht. Gewünschtes Verhalten wird bei dieser Variante des Trainings belohnt. Das heißt auch, dass mit Hilfe der positiven Verstärkung (-> operante Konditionierung: auf jedes erwünschte Verhalte folgt eine positive Konsequenz in Form einer Belohnung, damit das zuvor verstärkte Verhalten in Zukunft öfter gezeigt wird) gearbeitet wird.

Wie läuft die Konditionierung ab?

Bevor du mit dem eigentlichen Trainings startest, musst du deine Katze auf den Clicker konditionieren. Das bedeutet, dass du deiner Katze beibringst, dass nach jedem einzelnem „Click“ eine Belohnung folgt. Wir nutzen hier also die „klassische Konditionierung“. Der neutrale Reiz, unser Clicker/Marker, wird zu einem konditionierten Reiz und erlangt eine Bedeutung für unsere Stubentiger (Click bedeutet Belohnung). Jedes Mal nachdem du deinen Marker/Clicker betätigst, musst du deine Katze innerhalb von 2 Sekunden positiv belohnen. So lernt deine Katze, dass dieses unverkennbare Geräusch bedeutet, dass sie gleich ein Leckerli bekommt. Belohnst du deine Katze nicht nach jedem Click, geht die Verbindung zwischen „Click=anschließende Belohnung“ verloren. Der Click bedeutet also „Das was du gerade machst ist total super! Deine Belohnung kommt jetzt gleich!“

Wie führe ich die Konditionierung durch?

Du setzt dich dazu am besten auf den Boden. In der einen Hand hältst du 10 Leckerchen und in deiner anderen Hand hältst du deinen Clicker. Nun rufst du deine Katze zu dir. Du clickst und gibst anschließend ein Leckerli. Also: Click -> Leckerli; Click-Leckerli; Click-Leckerli; Das machst du so lange, bis du die 10 Leckerchen aufgebraucht hast! Warum nur 10 Leckerchen? Deine Katze wird es am Anfang schwer fallen sich länger als 30 Sekunden explizit auf dich und das Training zu konzentrieren. Damit du deinen Stubentiger nicht überforderst, gestaltest du euer gemeinsames Training kurz!

Tipp: Am besten du legst dir deine Leckerlis schon abgezählt in einen flachen Glasbehälter/Teller. So verschwendest du eure Zeit auch nicht mit dem Rascheln der Leckerlibox/Verpackung, das deine Katze wahnsinnig und aufgedreht macht.

Wann ist die Konditionierung abgeschlossen?

Wichtig ist hier zu betonen, dass das individuelle Lerntempo von deiner Katze, aber auch von deinem Timing (wie schnell du die Belohnung nach dem Click gibst) abhängt. Die meisten Katzen verstehen das Prinzip des Clickertrainings schon nach ein paar Tagen. Dazu kannst du auch einen kleinen Test machen: Clicke in einem Moment, in welchem deine Katze während des Trainings unaufmerksam ist. Als Beispiel: Du trainierst gerade mit deiner Katze und sie hört irgendein anderes interessantes Geräusch und schaut in genau diese Richtung. Dann clickst du und wenn deine Katze daraufhin erwartungsvoll ihren Kopf in deine Richtung dreht, dann ist deine Katze erfolgreich auf den Clicker konditioniert! Vergesse allerdings nicht, deine Katze rasch zu belohnen, denn „Click“ bedeutet immer, dass eine Belohnung folgt.

Mit welchen Verhalten fange ich an?

Die ersten Verhaltensweisen, die du deiner Katze beibringst, solltest du dir gut überlegen. Meiner Erfahrung nach, prägen sich die ersten gelernten Tricks bei Katzen besonders gut ein und sind später oftmals die Lieblingstricks. Als Einstiegstrick sollte etwas Einfaches gewählt werden. Für neugierige Fellnasen ist hier sicher der Nasentarget ein guter Fang, da mit diesem Basic-Trick auch viele andere schwierige Tricks aufgebaut werden können. Der Trick „Sitzen“ ist auch ein guter Anfangstrick. Wähle einen Trick, bei dem du eine hohe Clickrate (einen Trick, bei dem du sehr oft clicken und belohnen kannst) hast, damit kein Frust oder Überforderung bei deiner Katze entsteht.

Beobachte deine Katze und fördere ihre Stärken!

Ich sage es immer wieder und kann auch nicht aufhören darauf zu plädieren. Beobachtet vor eurem Training eure Katze! Deine Katze ist aktiv, springt und klettert gerne? Dann sind Bewegungstricks wie „Dreh dich“ oder „Rolle“, sicher nicht falsch! Wenn deine Katze aber lieber pfötelt (z.B. verstecktes Futter mit den Pfoten zu sich fischt; Gegenstände mit den Pfoten runterwirft;..), dann würde ich eher  auf ruhigere Tricks wie „Pfote geben“, „High Five“, „Schäm dich“, „Winken“, etc. zurückgreifen. Deine Katze soll Spaß am gemeinsamen Training haben und die Zeit mit ihrer/m Besitzer/in genießen. Wenn deine Katze keine Lust auf das Training hat, dann musst du das akzeptieren und darfst deine Katze nicht auf Biegen und Brechen zum Clickertraining drillen.

Wir trainieren nicht für unser persönliches Ego, um sagen zu können, dass Katze Minka klüger als der Bello ist, sondern um die Bindung zu unseren Katzen zu vertiefen, sie artgerecht auszulasten und ihr Leben spannender zu gestalten.

Ruhig und geduldig bleiben!

Beim Training mit Katzen muss der/die Trainer/in einfach ruhig bleiben. Trainiere nie in Stresssituationen! Katzen können unsere Körpersprache sehr gut lesen und erkennen, wenn wir im Stress sind und uns das Training selbst aufzwingen. Zwei Minuten am Tag reichen schon aus, um den Alltag deiner Katze spannender zu gestalten. Und ich denke, dass sich jede/r von uns zwei Minuten für unsere Katzen Zeit nehmen kann.

Gerade am Anfang kann es vorkommen, dass deine Katze nach der Futterbelohnung schlägt. Auch wenn es noch so stark wehtut, darfst du deine Katze auf gar keinen Fall bestrafen. Bleibe ruhig, und beginne die Übung lautlos von neu. Du solltest deine Katze für das Schlagen nach dem Leckerli nicht belohnen, solltest du aber schon geclickt haben, musst du sie trotzdem positiv bestärken, denn „Click“=“Belohnung“.

Sicherheit und das Wohlergehen deiner Katze ist das A und O beim Training!

Gerade wenn du mit Geräten arbeitest, musst du davor immer sicherstellen, dass sich deine Katze nicht verletzen kann. Hocker z.B. dürfen keine scharfen Kanten haben und dürfen auf keinen Fall schnell umfallen, außerdem sind aufklebare Anti-Rutschmatten nie verkehrt!

Am wichtigsten ist, dass deine Katze vollkommen gesund ist und dass du das Training an den Anforderungen deiner Katze anpasst. Du solltest deine Katze auf keinen Fall körperlich überanstrengen, oder Tricks einüben, bei welcher deiner Katze Schmerzen zeigen könnte. Das heißt, wenn z.B. bekannt ist, dass deine Katze Probleme mit der Hinterhand hat, dann solltest du keine Sprungübungen machen und vorher mit deiner/m Tiera(e)rzt/in abklären, welche Übungen du bedenkenlos machen darfst.

Zusammenfassend heißt das also:

Clickertraining schweißt zusammen

Katzen können und wollen lernen

Der „Marker“ muss sich immer gleich, kurz und prägnant anhören

Erwünschtes Verhalten wird mit einem „Click“ markiert und anschließend rasch(!) belohnt

„Click“= immer Belohnung

Vor dem eigentlichen Training muss die Katze auf den Clicker konditioniert werden

 Die ersten Tricks prägen sich bei Katzen besonders gut ein

Fördere die Stärken deiner Katze

Passe das Training an den Fähigkeiten deiner Katze an

Kurze Trainingseinheiten sind viel besser!

Sicherheit, das Wohl und die Gesundheit deiner Katze steht IMMER an erster Stelle!

Zwinge deine Katze zu nichts. Nicht jede Katze mag Clickern. Akzeptiere das und suche nach eine andere tolle Beschäftigung für dich und deine Katze.

Viel Spaß beim Training & always keep it pawsitive =^..^=

Du willst mehr über das Training mit Katzen erfahren? Welchen positiven Einfluss das Clickertraining auf deine Katze und dich hat? Wie du den Clicker richtig einsetzt, welche praktischen Übungen du deiner Katze erlernen kannst und wie du Stresssituationen mit Hilfe des Trainings entgegenwirken kannst? Dann komme doch zu einen meiner Workshops! Klicke hier für mehr Informationen.