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Depressionen bei Katzen

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Depressionen bei Katzen

So wie wir Menschen können auch Katzen an Depressionen leiden. Oft erkennen betroffene KatzenbesitzerInnen nicht, dass ihre Katze an Depressionen leidet, da sich die Katze „ja eh ganz normal verhält“. Und genau da ist der Haken. Katzen werden in der heutigen Zeit immer öfter als Dekoartikel für die Wohnung geholt. Denn schließlich passt eine elegante (Rasse-) Katze mit satten grünen Augen zu der neuen weißen Einrichtung. Dabei wird bedauerlicherweise kaum bis gar nicht auf die Bedürfnisse der Katze eingegangen, denn schließlich macht ein großer, stabiler Kratzbaum und mehrere offene Katzenklos den Flair des zu Hauses zunichte.

Also Klartext: Katzen sollten erst bei dir einziehen, wenn du dir zu 110% sicher bist, dass du ein Leben lang für dieses wunderbare Wesen sorgen kannst und willst. Du musst dir bewusst sein, dass Katzen gewisse Bedürfnisse haben, die gestillt werden müssen.

Aber kommen wir zum eigentlichen, sehr ernsten Thema: Depression bei Katzen. 

Depressionen bei Katzen sind relativ schwierig zu diagnostizieren. Steht im Raum, dass deine Katze an Depressionen leidet, solltest du unbedingt eine Verhaltenstierärztin und/oder eine Katzenverhaltensberaterin aufsuchen. Dennoch möchte ich dir ein paar Anzeichen aufzählen, die bei einer (möglichen) Depression zu sehen sind.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich eine Katze, die fast den ganzen Tag schläft, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht wohlfühlt und/oder gesund ist. Ich hab es zuvor schon kurz erwähnt: Eine Katze, die rein gar nichts tut ist genauso verhaltensauffällig wie eine Katze, die unsauber ist. Es ist also nicht normal, wenn sich deine Katze verkriecht, nur schläft, mäklig frisst und keine Lust zum Spielen hat. Es ist unsere Aufgabe sicherzustellen, dass es unseren Katzen sowohl körperlich als auch seelisch gut geht, daher solltest du dieses Thema sehr ernsthaft behandeln.

Wie zeigt sich eine Depression bei einer Katze?

Eine Depression bei Katzen äußert sich sehr subjektiv. Es ist wichtig, dass du deine Katze ganzheitlich betrachtest und bei Bedenken professionelle Hilfe hinzuziehst.

Das bekannteste Anzeichen einer Depression ist, wie schon zuvor erwähnt, das ausschließliche Schlafen. Allerdings ist das wiederum schwierig für viele KatzenbesitzerInnen zu erkennen, da sich dieses Anzeichen langsam einschleicht und für viele Katzenmamas- und papas normal erscheint. Nicht selten kommt es vor, dass eine Depression mit anderen Verhaltensauffälligkeiten wie zum Beispiel Unsauberkeit, also das Koten oder Urinieren außerhalb des Katzenklos, auftritt. Katzen sind sehr reinliche Tiere, bemerkst du, dass sich deine Katze nicht mehr so oft putzt und ihr Fell dementsprechend steif aussieht, kann dies unter Umständen ein weiteres Indiz für eine Depression sein. Teilnahmslosigkeit, zurückgezogenes und apathisches Verhalten oder totale Trägheit können weitere Zeichen darstellen. Zudem kann sich diese Krankheit mit überraschender Vokalisation, also planloses Umherlaufen, dass mit durchgehenden Miauen unterstützt wird, bei normalerweise stillen Katzen äußern. Umgekehrt gilt natürlich das Selbe: wenn eine gesprächige Katze quasi aus dem Nichts nicht mehr miaut. Außerdem kann eine plötzlich auftretende erhöhte Reizbarkeit, die sich zum Beispiel in Aggression, oder anderes frustgesteuertes Verhalten zeigt, eine Andeutung dieser Erkrankung sein.

Welche Ursachen hat eine Depression?

Ursachen einer Depression sind immer individuell. Pauschal kann man daher nicht sagen, warum es zu einer anhaltenden depressiven Stimmung bei einer Katze kommt. Allerdings gibt es verschiedene Anhaltepunkte, die eine Depression zusätzlich begünstigen können.

Körperliche Ursachen:

Zu aller erst möchte ich sagen, dass seelische Schmerzen oft mit körperlichen Leiden einhergehen. Das bedeutet, dass das Risiko einer Depression erhöht wird, wenn deine Katze körperliche Schmerzen hat und somit in ihrem alltäglichem Leben eingeschränkt ist. Schmerz bei der Katze zu erkennen ist für Laien oft eine Herausforderung. Daher ist ein Besuch bei einer Tierärztin immer die erste Stelle, um körperliche Ursachen ausschließen zu können.

Neues Lebensumfeld und/oder Lebenssituation:

Ein plötzlicher Wechsel des Eigenheimes oder eine veränderte Lebenssituation können Ursachen dafür sein. Bei einer ungeplanten und nicht vorbereiteten Lebenslage verliert die Katze ihre Sicherheit und auch ein wenig Kontrolle über ihren Lebensraum. Ein Beispiel wäre ein neues Familienmitglied, ganz unabhängig davon, ob es ein menschliches Baby oder ein neuer Fellfreund ist, sollte jedes im Haushalt lebende Tier darauf vorbereitet werden. Denn nur dadurch kannst du als KatzenbesitzerInn feststellen, wie deine Katze mit der Situation umgehen wird und welche Maßnahmen du setzen kannst, um es so stressfrei wie möglich zu gestalten. Leider kommt es im Leben immer wieder zu unvorhersehbare Schicksalsschlägen. Die geliebte Bezugsperson erkrankt plötzlich schwer oder der/die Katzenpartner/in stirbt. Da gilt es positiv zu bleiben, sich gegenseitig Sicherheit und Vertrauen zu geben, und sich Hilfe zu suchen. Ich möchte hier auch noch erwähnen, dass sich Katze und Mensch gegenseitig beeinflussen. Wenn beispielsweise der Katzenbesitzer eine Lebenskrise durchlebt, kann (!) das die Wahrscheinlichkeit einer depressiven Stimmung auch bei der eigenen Katze erhöhen.

Stress:

Andauernden und chronischer Stress hängt oft mit Veränderungen im Lebensumfeld zusammen. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass du deine Katze – wenn du die Möglichkeiten hast – auf eine kommende größere Veränderung positiv und kleinschrittig vorbereitest. Stress schränkt Katzen oft in ihrem alltäglichen Leben ein, sodass sie selbst keine andere Möglichkeit sehen als rezessiv darauf zu reagieren. Negativer Stress macht wie auch beim Menschen auf Dauer krank und sollte mit stressreduzierenden Maßnahmen kompensiert werden. Stress lässt sich zum Teil verringern, indem man die Katze auf bestimmte Lebenslagen ausreichend vorbereitet, positive Ereignisse mit der Katze erlebt, und sichere Rückzugsorte schafft.

Unzureichende Bedürfnisbefriedigung

Als KatzenbesitzerIn muss man sich bewusst sein, dass man die Bedürfnisse der eigenen Katze stillen muss. Dazu gehört zum Beispiel ein gleichaltriger und gleichgeschlechtlicher Katzenpartner. Katzen brauchen einen kätzischen Freund, mit dem sie kommunizieren und sich auch beschäftigen können, wenn sie alleine sind. Dieser Sozialpartner kann weder ein Hund, ein anderes Tier oder der Mensch ersetzen. Bei letzteres gilt das Selbe: Eine Katze kann nicht die Nähe und Aufmerksamkeit des Menschen ausgleichen. Aufmerksamkeit ist das richtige und wichtige Stichwort. Ignorierst du deine Katze und beschäftigst du dich nicht mit ihr, kann das rasch in eine Verhaltensstörung (und Depression) kippen. Auch Katzen brauchen Beschäftigung und Zeit mit ihrem Bezugsmenschen. Jede/r KatzenbesitzerIn sollte sich Zeit nehmen, um mit der Katze zu spielen und interagieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, dass die Wohnung katzengerecht gestaltet wird. Es ist ein großes Bedürfnis für Katzen, sich Verstecke zu suchen, neue Dinge mit Neugierde zu beobachten, ruhig und uneingeschränkt ihr Geschäft zu erledigen und zu klettern. Wird auf diese Bedürfnisse nicht eingegangen, wird dir deine Katze relativ schnell durch Teilnahmslosigkeit und monotones Verhalten ihr Unwohlsein zeigen.

Wie kann ich eine Depression „vorbeugen“?

Das wichtigste ist, dass du die grundlegenden Bedürfnisse deiner Katze sicherstellst. Strukturierte Tagesabläufe sind für Katzen von großer Bedeutung, da man ihnen das Gefühl gibt etwas Kontrolle über ihr eigenes Leben zu haben. Sie wissen dadurch nämlich ganz genau, wann welche Aktivität stattfindet. Schließlich ist es immer hilfreich viele positive Erlebnisse zu schaffen. Oft hilft es vielen Katzen wenn etwas mehr Pep in dem oft monotonen Alltag kommt. Ausreichenende Beschäftigungsmöglichkeiten sind hier also nie falsch. Das hat auch den Nebeneffekt, dass die Bindung intensiviert und die gemeinsame Zeit positiv gestaltet wird. Zu guter Letzt möchte ich nochmal den Rat äußern, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn man etwas unsicher ist. Eine (Verhaltens-)Tierärztin und Verhaltensberaterin wird dir dabei helfen diese Herausforderung zu meistern.

 

Liebe Grüße und always keep it pawsitive,

Anika und Alexis, Cass und Freddie